Neuwied - Die Deichstadt war Austragungsort der diesjährigen Rheinland-Meisterschaften der Altersklasse U15. Natürlich mischten auch die Judokas des SV Urmitz im Kampf um Medaillen und Qualifikation zur Südwestdeutschen Meisterschaft kräftig mit. Vor allem waren es die Mädchen, die für positive Schlagzeilen sorgten. Bei den Jungs war der SV Urmitz mit nur einem Starter vertreten.

 

Simon Patzke erreichte durch ein Freilos die zweite Runde der 60Kg-Klasse. Hier unterlag er schnell und deutlich gegen Hendrik Adler vom JC Neuwied. Trotz der klaren Niederlage gegen einen Favoriten kämpfte Simon in der Trostrunde beherzt und motiviert … vielleicht etwas übermotiviert. Seine hektischen Angriffe konnte sein Gegner Lukas Wagner (Neuwied) kontern. Diese Niederlage in der Trostrunde brachte das frühe Aus für Simon, der aber bereits voller Ehrgeiz dem nächsten Wettkampf entgegen fiebert.

 

Bei den Mädchen konnte Isabelle Heier souverän den Titel in der Kategorie über 63Kg erringen. Die Bronzemedaillengewinnerin der letztjährigen Südwest-Meisterschaft hofft auch in diesem Jahr dort auf eine Medaille. Zoey Kollewe startete mit zwei schnellen Siegen in der 44Kg-Klasse. Sowohl Lara Dikov (Bad Ems) und Elisa Brinke (Siershahn) hatte sie bereits nach wenigen Sekunden im Haltegriff. Im Halbfinale gegen Olivia Dress vom JC Worms wurde ihr Körperwurf zweimal gekontert und Zoey sah sich einem deutlichen Rückstand gegenüber. Sie steigerte sich mit zunehmender Kampfdauer und brachte dann doch ihren Wurf durch. Der anschließende Haltegriff brachte ihr den Sieg und den Einzug ins Finale. Gegen Veia Ludiwg (Nackenheim) war Zoey keinesfalls chancenlos. Aber sie fand nie richtig in den Kampf. Ihre Gegnerin punktete immer wieder mit einem Schenkelwurf und sicherte sich den Titel. Zoey blieb die Silbermedaille. Sicherlich ist die Vize-Rheinlandmeisterschaft und auch die gezeigte Leistung durchaus ansprechend, aber … es wäre auch der ganz große Coup möglich gewesen.

 

Gleiches gilt auch für ihre Vereinskameradin Johanna Wesemann, die sich ebenfalls mit der Silbermedaille schmücken darf. Obwohl sie noch zu den Jüngsten in dieser Altersklasse gehört, hatte sie eine Medaille in der Klasse bis 48Kg fest im Visier. Der erste Kampf gegen Leonie Streubel (Mainz) begann mit einem tollen Fußfeger von Johanna. Dieser hätte schon die Entscheidung sein können. Aber da die Kampfrichter keinen vollen Punkt gaben, setzte Johanna im Haltegriff nach und gewann vorzeitig. Ihre nächste Gegnerin Vanessa Berger (Siershahn) war etwas größer und schien körperlich stärker. Dies war nicht die schlechteste Ausgangssituation für Johannas Spezialtechnik, den Schulterwurf. Und genau mit dieser Technik, egal ob rechts oder links angesetzt, punktete sie immer wieder und erreichte so das Halbfinale. Dieses war dann auch schnell vorbei. Nachdem Johanna ihre Kontrahentin Antina Werner (Neuwied) mit Schulterwurf zu Boden brachte, setzte sie mit Haltegriff nach (siehe Foto) und gewann vorzeitig. Im Finale platzte dann der Traum vom Titel. Der Kampf gegen Franziska Ferenez (Marienstatt) war lange offen, bis Johanna einen Augenblick unaufmerksam war. Diesen kleinen Fehler nutzte ihre körperlich starke Gegnerin und kam zu einem Haltegriff, aus dem es kein Entrinnen gab. Ebenfalls in der 48Kg-Klasse startete Emy Schuhmacher, die das Podest denkbar knapp verpasste. In ihrer Vorrundengruppe konnte sie sich nach einer Energieleistung knapp gegen Antina Werner durchsetzen. Nach einer Niederlage gegen die spätere Rheinlandmeisterin Franziska Ferenez waren drei Judokas punktgleich. In der Unterbewertung fehlten Emy ein paar Pünktchen und so verpasste sie knapp die Finalrunde.

 

Zusammenfassend betrachtet erreichten die Judokas des SV Urmitz bei der Rheinlandmeisterschaft mit einem Titel und zwei Vizemeistern ein ordentliches Ergebnis. Und auch die Leistung war durchaus zufriedenstellend. Dennoch kann man die Gedanken an die verpassten Chancen nicht ganz verdrängen. So hoffen die Urmitzer Trainer, dass die platzierten Judokas ihre Leistung auch bei der Südwestmeisterschaft abrufen, für die sie sich nun qualifiziert haben.